Shows a diagram of the Fediverse with Twitter in the middle

Jack Dorsey, CEO von Twitter, hat vorgestern einen spannenden Thread auf Twitter veröffentlicht:

Twitter is funding a small independent team of up to five open source architects, engineers, and designers to develop an open and decentralized standard for social media. The goal is for Twitter to ultimately be a client of this standard.

[…]

We’d expect this team not only to develop a decentralized standard for social media, but to also build open community around it, inclusive of companies & organizations, researchers, civil society leaders, all who are thinking deeply about the consequences, positive and negative.

Schön, dass Twitter dem Thema „Dezentrale Netzwerke“ (nach über zehn Jahren) eine (zweite) Chance gibt! Nicht so schön, dass Twitter, zumindest laut Jacks Thread, dafür einen neuen „Standard“ entwickeln will.

Zum Glück hat @bluesky, der Projekt-Account des neuen Projekts/Teams, die Aussage noch einmal relativiert.

As we mentioned, the team will have complete freedom to identify and consider all the great work already done, and if they believe it’s best to work on a pre-existing standard 100%, they will. If not, they’re free to create one from scratch. Their discretion, not Twitter, Inc’s.

@bluesky

Ich bin gespannt auf das finale Ergebnis, immerhin hat sich Evan Prodromou, Erfinder von OStatus, Gründer von Identi.ca und Status.NET und Mit-Autor von ActivityPub, schon ‚mal über Twitter beworben 🙂

… und vielleicht sollte ich mich ja auch bewerben?!?

via Marcel Weiß & Daniel Ehniss

Es gibt wieder eine neue „Hier & Jetzt – Open Web“ Folge! Wir sprechen über Mastodon, ActivityPub und meine WordPress Plugins 🙂

Matthias Pfefferle und Marcel Weiß sprechen über den Erfolg von Mastodon, das extrem wichtige ActivityPub-Protokoll und die Herausforderungen dezentraler Netzwerke, die zum Teil denen sehr ähneln, die wir von Twitter und co. kennen aber auch neue Aspekte haben.

Viel Spaß beim hören!

‚Hier & Jetzt‘ kann man per RSS-Feed abonnieren und findet man natürlich auch bei Apple Podcasts und in jeder Podcast-App.

Publish (on your) Own Site, Syndicate Elsewhere kurz POSSE ist ein zentraler Building Block des IndieWeb.

POSSE is an abbreviation for Publish (on your) Own Site, Syndicate Elsewhere, a content publishing model that starts with posting content on your own domain first, then syndicating out copies to 3rd party services with permashortlinks back to the original on your site.

https://indieweb.org/POSSE

Die Idee: Alles (Texte, Bilder, Podcasts, Videos, …) zuerst auf der eigenen Seite veröffentlichen und dann „Kopien“ über die sozielen Netzwerke teilen.

Vor ungefär 6 Jahren schrieb der hackr folgendes über POSSE:

das indieweb differenziert nicht in ‚text‘ der tatsächlich indiewertig ist und text, der im driveby entsteht und jeweils einer ganz konkreten logik entspricht. (das sozial dysfunktionale verhalten wäre, dass syndizierer auf den jeweiligen plattformen eher als spammer / bzw. eben genau als lästige syndizierer wahrgenommen werden, die die jeweilige plattform weder verstehen, noch die spezifität berücksichtigen, noch sich darum kümmern und nur gwm ‚melken‘ wollen)

hackr

Zusammengefasst: Die syndizierten Posts werden durch POSSE aus dem Kontext gerissen und könn(t)en dadurch in den entsprechenden sozialen Netzwerken nicht richtig eingeordnet werden.

Damals habe ich noch stark dagegen argumentiert:

Es geht eben nicht darum ein(en) Text/Bild/Video in so viele Netzwerke wie möglich zu streuen, sondern genau umgekehrt… Man schreibt den Text den man beispielsweise sonst explizit auf Twitter geschrieben hätte eben nicht auf Twitter sondern auf seiner eigenen Seite und pushed ihn danach in das Netzwerk um die Kontrolle über seinen und eine Kopie von seinem Text zu behalten.

ich

Es geht eben nicht um das syndizieren an sich, sondern um das „twittern/facebooken/… über die eigene Seite“.

guter punkt, nur stelle ich gwm. das vorhandensein eines tweets ausserhalb von twitter selbst in frage.

hackr

Durch Zufall hab ich mich vor ein paar Wochen an die Diskussion erinnert…

Es fehlt letztendlich nicht der Kontext auf Twitter & Co. sondern auf der „eigenen“ Webseite. Immer mehr Blogger in meinem direkten Umfeld POSSEen, aber nur die Wenigsten trennen diese Posts von ihren klassischen Artikeln. Das heißt in meinem Feed-Reader tauchen immer mehr zusammenhanglose Kurznachrichten, teilweise direkte Antworten auf Tweets oder sogar Issues für GitHub Projekte auf.

Im Prinzip ist es egal, wie man es dreht… durch das syndizieren geht der Kontext verloren und der hackr hatte damals doch recht 😉

Zusammen mit dem „microbloggen über die eigene Webseite“ wird POSSE zu einem echten Problem in meinem Feed-Reader 🙁